Unser Beitrag zum Gewässer- und Artenschutz:                                                                           Das Meerforellen-Wiederansiedlungsprojekt

► Weitere Infos zum Meerforellenprojekt finden Sie auch unter: www.wuemme-meerforelle.de

Seit mehr als 15 Jahren beteiligen wir uns an dem ehrgeizigen Projekt, die Anfang des 20. Jahrhunderts bei uns ausgestorbenen Großsalmoniden Meerforelle und Lachs  wieder im oberen Wümmegebiet anzusiedeln. Gemeinsam mit den Angelvereinen Lauenbrück und Westervesede haben wir vor allem bei der Meerforelle bereits beachtliche Erfolge erzielt: Jährlich ziehen wieder mehrere Hundert dieser eindrucksvollen Fische von der Nordsee in die Wümme, Fintau, Ruschwede und Veerse, um auf den von uns wiederhergestellten Kiesbetten für Nachwuchs zu sorgen.

     Erfolg des Projektes: Zahlreiche Meerforellen ziehen seit 1984 wieder zum Laichen ins obere Wümmegebiet !

Da die natürlichen Fortpflanzungsmöglichkeiten aber immer noch stark eingeschränkt sind, betreibt der Angelverein Lauenbrück im Rahmen des Wiederansiedlungsprojekts seit 1987 eine eigene Brutanlage am Schmiedeberg in Lauenbrück, wo inzwischen über 2 Millionen kleine Meerforellen das Licht der Welt erblickt haben - der Grundstock für den dauerhaften Erhalt dieser stark gefährdeten Fischart.

Für unser langjähriges Engagement im Arten- und Gewässerschutz wurden wir gemeinsam mit den Angelvereinen Fintel und Westervesede  im Oktober 2005 mit dem Naturschutzpreis "Mensch und Natur" der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und des ZDF und im September 2009 mit dem Gewässerschutzpreis der Metropolregion Hamburg / Aktion Fischotterschutz ausgezeichnet (siehe auch Homepage der Deutschen Bundesstiftung Umwelt).

  Weiterer Erfolg des Projektes: Rückkehr erster Lachse im Winter 2000-2001

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Maßnahmen zur Wiederansiedlung von Lachs und Meerforelle

       Initialbesatz        -         Erbrütung            -      Renaturierung

Initialbesatz

Zu Beginn des Wiederansiedlungsprojektes war klar, dass eine eigenständige Wiederausbreitung von Lachs und Meerforelle aus weit entfernten Restpopulationen (z. B. Skandinavien) nicht möglich war. Als Initial-Besatz wurden daher von 1982 bis heute über eine Million Meerforellen- und Lachs-Brütlinge in die Bäche des oberen Wümmesystems ausgesetzt. Diese hohen Besatzzahlen sind aufgrund der hohen natürlichen Sterblichkeit der Jungfische nötig: Von 1.000 Jungfischen erreichen selbst unter optimalen Bedingungen nur etwa 2-3 Tiere das laichreife Alter. Inzwischen kehren jährlich mehrere Hundert Meerforellen und vereinzelt Lachse zum Laichen in die Wümme zurück.



Erbrütung / Bestandsstützung

Um die noch instabilen Populationen zu stützen, wird den Fischen bei der Fortpflanzung unter die Arme gegriffen. Bei ihren Laichwanderungen wird ein Teil der Elterntiere auf schonende Weise den Bächen entnommen, um ihnen die Eier (Rogen) und das Sperma (Milch) abzustreifen.

Anschließend werden die Eier in der Brutanlage in Lauenbrück befruchtet und in einen Brutschrank
gelegt, der ständig von frischem, gefiltertem Wasser durchströmt wird. je nach Wassertemperatur vergehen bis zum Schlüpfen der Jungfische nun etwa 70-90 Tage. Die Brutausfälle sind bei diesem sehr betreuungsintensiven Verfahren - im Gegensatz zur freien Natur - sehr gering.


Wenige Tage nach dem Schlüpfen werden die kleinen Lachse und Meerforellen von Ende Februar bis Anfang April in die Freiheit entlassen und großflächig in den Bächen des oberen Wümmegebietes ausgesetzt. Aber auch andere Wiederansiedlungsprojekte im regionalen und überregionalen Umfeld werden im Rahmen unserer Möglichkeiten mit Meerforellenbrütlingen beliefert.

    Abstreifen eines Meerforellen-Weibchens (-Rogner)   /   Einjährige Meerforelle (Fotos: R. Gerken)

Wiederherstellung natürlicher Kies-Laichplätze

Eine dauerhafte Wiederansiedlung von Lachs und Meerforelle ist nur möglich, wenn sich die Fische selbständig fortpflanzen können. Die natürlichen, kiesigen Laichplätze dieser Fische sind aber durch Gewässerausbau und die stark überhöhte Sandfracht in unseren Bächen fast überall zerstört worden. Aus diesem Grund haben die Angelvereine Lauenbrück, Fintel und Westervesede begonnen, die Laichplätze dieser Fische wiederherzustellen. Dazu wurden an der Fintau und Ruschwede große Mengen Kiese und Steine eingebracht,um großflächige Laichhabitate (Kiesrauschen) zu schaffen. Diese Maßnahme zeigt erste Erfolge: Inzwischen fangen Meerforellen wieder an, sich hier erfolgreich fortzupflanzen. Auch die Bestände anderer bedrohter Kleinfische, wie Mühlkoppe sowie Bach- und Flußneunaugen, nahmen seit Wiederherstellung der Kiesrauschen erheblich zu.

   Wiederhergestellte Kieslaichplätze in der Ruschwede bei Haswede und der Fintau bei Lauenbrück (Fotos: R. Gerken)

     Meerforellenbrütlinge im Kieslückensystem des Baches                              Frisch geschlagene Meerforellen-Laichgrube in der Fintau     (Fotos: J. Engelken / R. Gerken)

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Haben Sie noch Fragen zum Wiederansiedlungsprojekt ?     www-wuemme-meerforelle.de

Kontakt: Jens Engelken (Projektleitung) - Tel. 04267 - 953542, email: jens.engelken (at) t-online.de